Die Stellung des Menschen im Kosmos

‚Die Stellung des Menschen im Kosmos‘ ist ein kleines Büchlein des deutschen Psychologen und Philosophen Max Scheler, indem er, ausgehend von der Frage ‚Was ist der Mensch und was seine Stellung im Sein?‘ eine philosophische Anthropologie zu entwerfen versucht.
Die Notwendigkeit sieht Scheler darin, das wir, trotz biologischer, theologischer und philosophischer Erklärungsansätze keine eigentliche Idee vom Menschen besitzen. Zum Beispiel hat das Wort ‚Mensch‘ in verschiedenen Kulturen, jeweils eine andere Bedeutung.

Im Vorwort schreibt Scheler, das mit der Frage nach dem Menschen und seiner Stellung im Kosmos sein philosohisches Interesse begann.
Vielleicht wurde die Frage aufgrund der damaligen Umwälzungen in Gesellschaft und Wissenschaft interessant, trotzdem gibt es bis heute keine einheitliche Antwort, was darauf schließen läßt, das es sich um eine zeitlose Frage handelt.

Was ist also der Mensch, sei ‚Wesen‘ letztendlich seine Stellung im Kosmos?
Um darüber nachzudenken, wäre es eventuell hilfreich wenn wir von allen bisherigen Erklärungsansätzen absehen. Das wäre die biologische Erklärung, die den Menschen als Produkt der Evolution begreift, die theologisch mit der Vorstellung des Menschen als Ebenbild Gottes und zu letzt die philosophische, die den Menschen als vernuftbegabtes Wesen sieht, das Anteil am logos hat, also einer Art Weltvernunft.

Vor meinem geistigen Auge entsteht ein Bild einer Kreatur, das sich dem Faktum der eigenen Existenz und der Existenz des Universum bzw. des Seins an sich gegenübergestellt sieht.
Es ist, die komische Vorstellung der puren Existenz eines Wesens, in einem Kosmos, der keine Geschichte, keine Vergangenheit und Zukunft hat. Es ist ein leerer Ort ohne einen göttlichen Schöpfer oder einer alles überschauenden zentralen Instanz. Es ist ein sinnloser Ort, ohne Vernunft.

Das erstaunliche und das verwundernswerte ist die Existenz des Seins selbst, die einem bei diesem Bild so traurig und geheimnisvoll vorkommt. Es fehlt eine Erklärung, es gibt keinen Vorhang hinter den man schauen könnte um sich beruhigung oder Gewissheit über die eigene Situation zu verschaffen. Die Dinge sind da, und geben keine Antwort auf die Frage nach dem warum.

Das beschreit vielleicht den Zustand eines Menschen, dem Dinge bisher in ihrer Selbsverständlichkeit keine besonderen Fragen zu stellen vermocht haben. Philosophie und Wissenschaft beginndn damit, das man sich über das Alltägliche wundert und ich finde die Existenz, die Existenz des Menschen und vor allem die Ausgestaltung meines eigenen Lebens doch sehr verwunderlich.
Wir haben eigentlich keine Ahnung was es bedeutet Mensch zu sein und damit auch keine Ahnung was es heißt, ich selbst zu sein.
Das es die Welt gibt, das es mich gibt wird vielleicht erst dann merkwürdig, wenn wir den kleinen Rahmen unsere alltäglichen Erfahrung verlassen und diesen von einem anderen Standpunkt betrachten.
Und was sieht man dort: Eine höchst lächerliche Veranstaltung, deren verwunderliche Absurdität und schmerzhafte Sinnlosigkeit die meisten Teilhabenden nicht zu stören scheint.